Nachbericht: Talkrunde „Erfolgsfaktor Frau: Vorstände vielfältig gestalten!“ (05.11.2025)

„Führung braucht Haltung, Haltung braucht Mut“

Die Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft“ Göttingen, das Gleichstellungsbüro der Stadt Göttingen und die Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung e.V. (im Rahmen des Landesprojektes „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“) luden am 05. November 2025 um 17:00 Uhr in Coworking by pro Office Göttingen zu einem Podiumsgespräch mit Vorständinnen aus der Region ein.
„Gleichstellung ist ein zentrales Thema für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft insgesamt. Ohne eine Hälfte der Bevölkerung kann keine gute Zukunft gestaltet werden. Das gilt für Politik wie Wirtschaft“, betonte Katja Taranczewski vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.


Im Jahr 2024 war jede fünfte Vorstandsposition der führenden Börsenunternehmen in Deutschland mit einer Frau besetzt. In diesem Jahr hat sich das Wachstum von Frauen in den Vorständen verlangsamt (19,9 % Stand Mai 2025). Somit sind die meisten Unternehmen von einer paritätischen Besetzung noch immer weit entfernt. Monika Schulz-Strelow, Gründerin und Ehrenvorsitzende des Netzwerks FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte, die sich seit Jahrzehnten für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen einsetzt, gab einen Einblick in die Entwicklung und Herausforderungen bei der Besetzung von Vorstandspositionen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst.


Im Podiumsgespräch diskutierten Claudia Weitemeyer (Geschäftsführende Vorständin SüdniedersachsenStiftung), Petra Reußner (Kreisgeschäftsführerin, Vorständin DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim e.V.), Wibke Jellinghaus (Vorständin Arineo-Verein, Aufsichtsrätin Arineo GmbH), Carolin Ruh (Vorständin Heinz-Sielmann-Stiftung) und Monika Schulz-Strelow (Netzwerk FidAR) über Karrieren und Erfahrungen als Vorständinnen. Moderatorin Silke Gardlo (Leiterin der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung e.V.) lenkte die Diskussion auf Fragen wie gesetzliche Quotenregelung oder die Wirksamkeit gemischter Führungsgremien.


In der abschließenden Fragerunde waren sich die Teilnehmerinnen einig, dass es Mut, Ausdauer und die Bereitschaft braucht, um in männlich geprägten Führungskreisen Fuß zu fassen. Andererseits, Unterstützung und Ansprache von männlichen Kollegen dürften nicht fehlen.


Die Veranstaltung „Erfolgsfaktor Frau“ verdeutlichte eindrucksvoll, dass die Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit im Berufsleben weiterhin kontinuierlicher Anstrengungen erfordert. Die zahlreichen Ideen und Impulse, die an diesem Abend gesammelt wurden, sollen in die nächste Veranstaltungsrunde 2026 einfließen.

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